True
DACH Atemschutzinfo mit FAQ
Ein wichtiges Instrument zum Schutz der Beschäftigten vor Gefährdungen ihrer Gesundheit und Sicherheit durch Gefahrstoffe stellen die Arbeitsplatzgrenzwerte dar.

Arbeitsplatzgrenzwert (AGW)

Ein wichtiges Instrument zum Schutz der Beschäftigten vor Gefährdungen ihrer Gesundheit und Sicherheit durch Gefahrstoffe stellen die Arbeitsplatzgrenzwerte dar. Die bisherigen Grenzwerte MAK und TRK wurden durch den Arbeitsplatzgrenzwert ersetzt. Nach § 3 Abs. 6 der Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) geben die Arbeitsplatzgrenzwerte an, bei welcher Konzentration eines Stoffes akute oder chronisch schädliche Auswirkungen auf die Gesundheit im Allgemeinen nicht zu erwarten sind. Die Festlegung der Arbeitsplatzgrenzwerte erfolgt auf der Basis arbeitsmedizinischer Erfahrungen und toxikologischer Erkenntnisse. Bei der Festlegung wird von einer in der Regel achtstündigen Exposition an fünf Tagen in der Woche während der Lebensarbeitszeit ausgegangen.
Die Arbeitsplatzgrenzwerte werden in mg/m3 und ml/m3 (ppm) angegeben. Die Grenzwerte werden vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales festgelegt und in der Technischen Regel für Gefahrstoffe 900 (TRGS 900)* veröffentlicht.

Gefährdungsanalyse

Das Arbeitsschutzgesetz verpflichtet alle Unternehmen, eine Gefährdungsanalyse der Arbeitsplätze durchzuführen. Zur Gefährdungsanalyse gehört es, Schadstoffe und ihre Konzentrationen zu ermitteln. Dabei sind folgende Punkte zu prüfen:

    Art und Umfang des Risikos
    Dauer des Risikos
    Risikowahrscheinlichkeit

Mit der Gefährdungsanalyse soll die Grundlage für die Auswahl des richtigen Atemschutzes geschaffen werden.


Auswahl des richtigen Atemschutzes

Die Auswahl des geeigneten Atemschutzes setzt voraus, dass die Gefährdungsanalyse erfolgt ist und die Grenzwerte bekannt sind. Die nachfolgende Tabelle gibt Hinweise zu Einsatzgrenzen für partikelfiltrierende Atemschutzmasken.

KlasseAGW
Bemerkungen
FFP14-fachNicht gegen krebserzeugende und radioaktive Stoffe sowie luftgetragene biologische Arbeitsstoffe der Risikogruppen 2 und 3 und Enzyme.
FFP210-fachNicht gegen radioaktive Stoffe und luftgetragene biologische Arbeitsstoffe der Risikogruppe 3 und Enzyme.
FFP330-fach

Auswahlhilfe

Schadstoff    Filterklasse
Aluminiumrauch       P2
Aluminiumstaub    P2
Asbest    P2
Asbest ab 50.000 Fasern pro m³    P3
Bakterien (Risikogruppe 2)    P2
Baumwollstaub    P2
Beton    P2
Bleistaub    P2
Calciumoxid    P2
Chromrauche    P3
Dieselruß    P2
Eisenoxide    P2
Farbe/Lack    P2
Farbe/Lack mit Chromate    P3
Flachs    P2
Glasfaser/Mineralwolle    P2
Graphit    P2
Holzstaub    P2
Kupferrauch    P2
Kupferstaub    P2
Löten    P2
Magnesiumoxid    P2
Mauerwerk    P2
Mehlstaub    P2
Müllsortierung    P3
Nickel    P3
Pflanzenschutzmittel    P2
Pilzsporen    P2
Platin    P3
Pollen    P2
Quarz    P2
Rauch    P2
Rost    P1
Rostschutzanstrich    P2
Rostschutzanstrich mit Chromate    P3
Schwefelsäure    P3
Schweißrauch allgemein    P2
Silber    P3
Siliciumcarbid    P2
Spachtelmasse    P1
Stahl    P2
Stahl Anti-Fouling-Lacke    P3
Stahl, hochlegiert    P3
Stein    P1
Stein mit Quarzanteil    P2
Talk    P2
Viren/Bakterien (Risikogruppe 3)    P3
Zement    P2
Zinkoxidrauch    P2
Zinn    P2

Die oben angegebenen Filterklassen benennen die Mindestanforderungen. Es obliegt dem Anwender, vor Einsatz eines Atemschutzgerätes genau zu prüfen, ob die eingesetzten Atemschutzmasken den Anforderungen bezüglich Gefahrstoff und Konzentration entsprechen. Bitte beachten Sie die Hinweise in den Gebrauchsanleitungen der jeweiligen Atemschutzmaske. Alle Angaben wurden nach bestem Wissen zusammengestellt. Eine Gewähr für die Richtigkeit wird nicht übernommen.

Wie lange können Atemschutzmasken getragen werden?

Die Tragezeit der Atemschutzmaske ist von der Belastung im Einzelfall abhängig. Bei Beschädigung oder Ansteigen des Atemwiderstandes ist die Maske sofort zu wechseln.

Wo findet man Hinweise zur Tragezeitbegrenzung von Atemschutzgeräten?

Die Tragezeitbegrenzung ergibt sich aus der tätigkeitsbezogenen Gefährdungsbeurteilung, bei der zweckmäßigerweise der Arbeitsmediziner eingebunden wird. Hinweise zur Tragezeitbegrenzung sind in der BG-Regel „Benutzung von Atemschutzgeräten“ (BGR 190) enthalten.

Dürfen Minderjährige unter Atemschutz eingesetzt werden?

Jugendliche unter 18 Jahren dürfen Arbeiten, bei denen sie schädlichen Einwirkungen von Gefahrstoffen im Sinne des Chemikaliengesetzes ausgesetzt sind, nur durchführen, wenn dies zur Erreichung des Ausbildungsziels erforderlich ist. Dies trifft nur für Atemschutzgeräte zu, die keiner Vorsorgeuntersuchung nach G 26 bedürfen. Ansonsten ist im Ausnahmefall ein Arbeitsmediziner einzuschalten.

Wie wird die Haltezeit von partikelfiltrierenden Halbmasken im Infektionsschutz eingestuft?

Gemäß der Berufsgenossenschaftlichen Regel für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit (BGR) 190 „Benutzung von Atemschutzgeräten“ sollten partikelfiltrierende Halbmasken bei „unzumutbar hohem Atemwiderstand oder spätestens nach einer Arbeitsschicht“ ausgetauscht werden, da das Reinigen und Desinfizieren dieser Masken nicht möglich oder vorgesehen ist. Beim Umgang mit luftgetragenen biologischen Arbeitsstoffen sind die Masken in die erforderlichen Hygienemaßnahmen einzubeziehen. Im Rahmen des Infektionsschutzes ist es sinnvoll, partikelfiltrierende Halbmasken nach einmaligem Gebrauch zu entsorgen, um eine eigene Kontaminierung zu vermeiden. Der einmalige Gebrauch ist der Zeitraum fortwährender Benutzung dieser Masken, der durch das Entfernen aus dem Mund-Nase-Bereich begrenzt wird. Dies bedeutet beispielsweise, dass eine Pflege- oder Reinigungsperson, die die Maske in der Pause vom Gesicht nimmt, anschließend diese Maske auch entsorgt. Gleiches gilt für einen Arzt, der mehrere Patienten untersuchen muss und seine Maske nach der Untersuchung eines von einer Infektion betroffenen Patienten ablegt. Die Festlegung exakter Maßnahmen erfolgt im Rahmen der jeweiligen Gefährdungsbeurteilung.

Was ist unter Lagerzeit zu verstehen?

Atemschutzgeräte bieten die Gewähr, dass sie auch nach einer längeren Lagerung noch voll einsatzbereit und funktionstüchtig sind. Die Lagerzeit von partikelfiltrierenden Halbmasken ist bei sachgemäßer Lagerung auf 5 Jahre begrenzt. Nach der EN149:2001 muss der Hersteller die Lagerzeit auf der Verpackung kennzeichnen. Die vom Hersteller festgesetzten Lagerfristen für Atemschutzgeräte und deren Bauteilen sind einzuhalten.


Geeignete Schutzbekleidung beim Umgang mit Zytostatika
Zytostatika sind hochpotente Arzneistoffe und stellen eine potenzielle Gefahr für alle Personen dar, die mit ihnen arbeiten.