OP-Maske

Kann eine OP-Maske als Atemschutz eingesetzt werden?

Um diese Frage zu beantworten, müssen wir die Bauart der Masken betrachten.

OP-Masken bzw. MNS (Mund-Nasen-Schutz) bestehen meistens aus einem zweilagigen Vliesstoff mit einem Filter in Form eines Tuchs. Auf dem Markt werden sie gerne als 3-lagig bezeichnet. Ein dichter Abschluss zwischen Gesicht und Maske kann bei dieser Bauart nicht gewährleistet werden, denn ein Teil der Atemluft erreicht die Atemwege von der Seite her, ohne die Maske zu passieren.

Medizinischer Mund-Nasen-Schutz oder OP-Masken wurden konzipiert, um Patienten vor der Ansteckung durch den Träger zu schützen. OP-Masken werden hauptsächlich in Operationsräumen eingesetzt, um zu verhindern, dass Aerosole der Operateure zum Patienten, bzw. auf den Operationstisch gelangen. Sie dienen also dem Schutz des Patienten und nicht dem Schutz ihres Trägers.

Auch eine nach EN14683 zertifizierte OP-Maske ist zwar dem Medizinproduktegesetz konform, jedoch erfüllt sie nicht die Anforderungen der EU-Richtlinie für persönliche Schutzausrüstung.

Atemschutzmasken dagegen bestehen meistens ganz aus Filtermaterial. Sie sind meist vorgeformt oder aus mehreren Teilen zusammengesetzt. Dadurch umschließen die Atemschutzmasken Mund und Nase, sodass die Atemluft durch den Filter strömen muss.

Atemschutzmasken wurden konzipiert, um den Träger vor Aerosolen, Keimen und Viren zu schützen. Sie gehören ausschließlich der Kategorie 3 der persönlichen Schutzausrüstung (PSA) an. Nach der Richtlinie 89/686/EWG für persönlichen Schutzausrüstung dürfen Atemschutzmasken nur in den Verkehr gebracht werden, wenn sie von einer benannten Prüfstelle einer Baumusterprüfung (hier EN149) und zusätzlich einer Produktionsüberwachung unterzogen werden. Anwender erkennen diese durch ein CE-Symbol mit einer vierstelligen Kennziffer und Nennung der angewandten Norm auf dem Produkt.

Auf dem Markt gibt es eine Fülle unterschiedlicher Produkte, die sich nicht nur im Preis, sondern auch in den Eigenschaften deutlich voneinander unterscheiden. Leider wird der Mund-Nasen-Schutz fälschlicherweise auch gerne als günstiger Atemschutz angeboten. Häufig wird dem Anwender suggeriert, dass manche OP-Masken den strengeren Anforderungen der EN 149 entsprechen. Die entsprechenden Kennzeichnungen fehlen jedoch völlig.

Es werden aber auch zum Schutz des Trägers speziell konzipierte OP-Masken angeboten, die nach EN 149 zertifiziert sind. Diese OP-Masken wurden so gebaut, dass sie den Mund und die Nase tatsächlich umschließen. Diese entsprechen der Kategorie 3 der Richtlinie für persönlichen Schutzausrüstung. Daher ist eine Baumusterprüfung durch eine benannte Prüfstelle erforderlich. Eine EG-Baumusterprüfbescheinigung muss vorhanden sein. Auf dem Produkt muss die angewendete Norm und die Schutzklasse sowie das CE-Kennzeichen mit der vierstelligen Kennziffer angebracht sein. Ist dies nicht der Fall, darf dieses Produkt nicht als Atemschutzmaske angeboten werden.

Fazit: OP-Masken bzw. MNS (Mund-Nasen-Schutz) in Form eines Tuchs sind kein Atemschutz im Sinne der persönlichen Schutzausrüstung (Richtlinie 89/686/EWG).

Wenn der Hersteller dies so behauptet, muss er dies mit einer EG-Baumusterprüfbescheinigung nachweisen und das Produkt gemäß EN 149 kennzeichnen.

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