Infektionsprävention

Risikogruppen und Schutzstufen

Der rapide Anstieg von neuen multiresistenten Keimen sowie die Rückkehr der „alten“ Infektionskrankheiten erfordern geeignete Maßnahmen zur Infektionsprävention. Zahlreiche Empfehlungen und Beschlüsse schreiben vor, Patienten und Besucher, Beschäftigte und Dienstreisende im Gesundheitswesen, Rettungsdienste sowie die Einsatzkräfte im Zivil- und Katastrophenschutz und Laborkräfte besser als bisher zu schützen.

Die Vorsorge betrifft nicht nur große Krankenhäuser, Pflegeheime, Versorgungs- und Dienstleistungseinrichtungen wie Wäschereien, Laboratorien und Rettungsdienste, sondern auch jedes Unternehmen, das im Krisenfall das Aufrechterhalten der Produktion gewährleisten muss. Die ansteigende Nachfrage nach persönlicher Schutzausrüstung zeigt, dass das Thema Infektionsprävention bereits bei vielen Unternehmen angekommen ist.

Risikogruppen

Die technischen Regeln für Biologische Arbeitsstoffe (TRBA) geben den Stand der sicherheitstechnischen, arbeitsmedizinischen, hygienischen sowie arbeitswissenschaftlichen Anforderungen bei Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen wieder. Sie enthalten neben Aspekten des Arbeitsschutzes auch Maßnahmen zum Schutz der zu behandelnden Menschen und Tiere.

Biologische Arbeitsstoffe sind in der Biostoffverordnung definiert; im weitesten Sinne handelt es sich dabei um Mikroorganismen, die Infektionen, sensibilisierende oder toxische Wirkungen hervorrufen können. Gemäß § 3 Biostoffverordnung werden biologische Arbeitsstoffe nach ihrem Infektionsrisiko in vier Risikogruppen eingeteilt:

Risikogruppe 1: 
Biologische Arbeitsstoffe, bei denen es unwahrscheinlich ist, dass sie beim Menschen eine Krankheit verursachen.

Risikogruppe 2: 
Biologische Arbeitsstoffe, die eine Krankheit beim Menschen hervorrufen können und eine Gefahr für Beschäftigte darstellen können; eine Verbreitung des Stoffes in der Bevölkerung ist unwahrscheinlich; eine wirksame Vorbeugung oder Behandlung ist normalerweise möglich.

Risikogruppe 3: 
Biologische Arbeitsstoffe, die eine schwere Krankheit beim Menschen hervorrufen können und eine ernste Gefahr für Beschäftigte darstellen können; die Gefahr einer Verbreitung in der Bevölkerung kann bestehen, doch ist normalerweise eine wirksame Vorbeugung oder Behandlung möglich.

Risikogruppe 4: 
Biologische Arbeitsstoffe, die eine schwere Krankheit beim Menschen hervorrufen und eine ernste Gefahr für Beschäftigte darstellen; die Gefahr einer Verbreitung in der Bevölkerung ist unter Umständen groß; normalerweise ist eine wirksame Vorbeugung oder Behandlung nicht möglich.

Schutzstufen

Nach der Biostoffverordnung sind Tätigkeiten in Abhängigkeit der von ihnen ausgehenden Gefährdungen einer Schutzstufe zuzuordnen und die erforderlichen Schutzmaßnahmen festzulegen. Dabei müssen neben den allgemein vorhandenen Infektionsgefährdungen auch die in bestimmten Bereichen vorhandenen spezifischen Gefährdungen berücksichtigt werden. Zu beachten ist, dass die konkrete Expositionssituation für den einzelnen Beschäftigten vom Arbeitsbereich und den von ihm ausgeführten Tätigkeiten abhängt.

Schutzstufe 1:
Tätigkeiten, bei denen "kein Umgang oder sehr selten ein geringfügiger Kontakt mit potenziell infektiösem Material, wie Körperflüssigkeiten, -Ausscheidungen oder –Gewebe, und auch keine offensichtliche Ansteckungsgefahr durch Aerosolinfektion besteht, so dass eine Infektionsgefährdung unwahrscheinlich ist", sind der Schutzstufe 1 zuzuordnen.

Schutzstufe 2:
Tätigkeiten, bei denen es regelmäßig und in größerem Umfang zum Kontakt mit Körperflüssigkeiten, 
-Ausscheidungen oder -Gewebe kommen kann, so dass eine Infektionsgefährdung durch Erreger der Risikogruppe 2 bzw. 3** bestehen kann.

Schutzstufe 3:
Sofern biologische Arbeitsstoffe der Risikogruppe 3 auftreten oder der Verdacht besteht und die Gefährdungsbeurteilung eine entsprechende Gefährdung bestätigt.
Kriterien für die Zuordnung zur Schutzstufe 3 sind:

  • Das Auftreten hoher Konzentrationen biologischer Arbeitsstoffe der Risikogruppe 3.
  • Das Auftreten biologischer Arbeitsstoffe der Risikogruppe 3, die bereits in geringer Konzentration eine Infektion bewirken können.
  • Das Ausführen von Tätigkeiten mit hohen Expositionsmöglichkeiten, z. B. bei erheblicher Aerosolbildung oder besonderer Verletzungsgefahr.

Schutzstufe 4:
Tätigkeiten im Zusammenhang mit Infektionskrankheiten, die durch Krankheitserreger der Risikogruppe 4 ausgelöst werden, sind der Schutzstufe 4 zuzuordnen.

Schutzmaßnahmen

Um einer möglichen Gefährdung entgegenzuwirken, hat der Arbeitgeber die erforderlichen technischen, baulichen, organisatorischen und hygienischen Schutzmaßnahmen zu veranlassen.

Zur Vorsorge gehört unter anderem das Tragen geeigneter Schutzkleidung, wie zum Beispiel Atemschutz, Augen- oder Gesichtsschutz, Schutzkittel, Schutzanzug, Handschuhe und Überschuhe.

Als Komplettlösung bieten wir die DACH Infektionsschutz-Sets in unterschiedlichen Konfigurationen für verschiedene Einsatzbereiche an.

 

Quellenangaben, weiterführende Informationen und Literatur TRBA 250 Biologische Arbeitsstoffe im Gesundheitswesen und in der Wohlfahrtspflege, Ausgabe: November 2003 mit Änderungen und Ergänzungen von April 2012.

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