Staub auf der Baustelle – Eine unterschätzte Gefahr

Helme und Sicherheitsschuhe sind eine Selbstverständlichkeit auf jeder Baustelle. Beim Schutz eines der empfindlichsten menschlichen Organe – der Lunge – ist dies jedoch anders. Ob bei der Arbeit mit dem Presslufthammer oder der Bohrmaschine, bei Putz- und Schleifarbeiten, beim Anrühren von Baustoffen oder im Abriss: Atemschutz wird sträflich vernachlässigt.


 

Die meisten Todesfälle durch Berufskrankheiten stehen im Zusammenhang mit Erkrankungen der Atemwege. Sie werden verursacht durch das Einatmen von Stäuben, chemischen Substanzen, Gasen, Rauch oder Dämpfen – das zeigt der Bericht „Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit“. 

Ca. 85 % der Todesfälle durch Berufskrankheiten sind atemwegsbedingt

 Diagramm - Todesfälle durch Berufskrankheiten

Quelle: Bundesministerium für Arbeit und Soziales – Berichtsjahr 2016

Was ist eigentlich Staub?

Staub ist die Sammelbezeichnung für feste Teilchen, die in der Luft längere Zeit schweben oder sich binnen kurzer Zeit am Boden und auf Flächen absetzen. Neben dem Schadstoffgehalt spielt auch die Größe der Staubteilchen eine maßgebliche Rolle, was die Verursachung gesundheitlicher Schäden angeht. Je nach Korngröße der Staubteilchen wird der Staub in zwei Größenklassen eingeteilt:

  1. Als Grobstaub bezeichnet man Staubteilchen mit einem aerodynamischen Durchmesser größer als 10 µm. In der Fachwelt spricht man von „E-Staub“. Dies steht für „einatembaren Staub“. Der E-Staub besteht größtenteils aus Stein- oder Zementstaub, Kohlenstaub oder Schleifstaub. Er gelangt über Nase und Luftröhre bis in die Bronchien. Für den E-Staub liegt der AGW (Arbeitsplatzgrenzwert) bei 10 mg/m³.
  2. Staubteilchen mit einem aerodynamischen Durchmesser kleiner als 10 µm bezeichnet man als Feinstaub. Im Arbeitsschutz verwendet man auch den Fachbegriff „alveolengängige Staubfraktion“, abgekürzt „A-Staub“. Der A-Staub ist so fein, dass er bis in die kleinsten Verzweigungen der Lunge, in die Alveolen (Lungenbläschen), vordringen kann. Derzeit liegt der AGW für den A-Staub bei 1,25 mg/m³.

Besondere Staubbelastung auf der Baustelle – vielfach unterschätzt

In der Bauwirtschaft ist Staub ein Dauerbrenner. Bei vielen Tätigkeiten, wie z. B. dem Anrühren und Mischen von Baustoffen, dem Umschlag staubender Güter, beim Bohren, Schleifen, Sägen oder Fräsen und durch Aufwirbelungen von Bodenstoffen entsteht Staub. In der Regel handelt es sich dabei um mineralischen Mischstaub, z.B. aus Sand, Kalk, Gips, Quarz, Zement oder Beton. Bei der Sanierung von Bauwerken tritt nicht nur mineralischer Staub auf, oftmals enthält er weitere gefährliche Inhaltsstoffe, die erhebliche Gesundheitsrisiken darstellen: Silikose durch Quarzstaub, Asbestose durch Asbeststaub, Lungenkrebs durch Quarz- und Asbeststaub und Nasenkrebs durch manche Holzstaubarten.

Generell gilt: je kleiner die Staubpartikel, desto gefährlicher für die Gesundheit. Kleine Staubteilchen schweben länger in der Luft und können dadurch auch länger eingeatmet werden. Außerdem können sie tiefer in das Lungengewebe eindringen – ultrafeine Partikel mit einem Durchmesser von unter 0,1 µm sogar bis in die Blutbahn.

In der EU ist die Zahl der vorzeitigen Todesfälle aufgrund schlechter Luftqualität deutlich höher als die Zahl der Unfalltoten im Straßenverkehr. Für Deutschland geht das Umweltbundesamt von jährlich etwa 45.000 vorzeitigen Todesfällen aus, die auf Feinstaubexposition zurückgeführt werden können.

Prävention und Schutzmaßnahmen

Generell gilt: Am besten keinen Staub entstehen lassen. Denn der Staub wird zwangsläufig durch Fahrzeuge, Menschen, Arbeitsgeräte oder die Arbeitskleidung verteilt und aufgewirbelt. Viele Arbeiten verursachen aber zwingend Staub. Präventive Maßnahmen zur Staubvermeidung lassen sich aus arbeitstechnischen und wirtschaftlichen Gründen oft nicht umsetzen. In diesem Fall ist das Tragen von persönlicher Schutzausrüstung (PSA) der einzige sinnvolle Schutz. Diese Maßnahme ist immer möglich und auch wirtschaftlich tragbar.

Gemäß TRGS 500 ist der Arbeitgeber verpflichtet, den Mitarbeitern die notwendige persönliche Schutzausrüstung zur Verfügung zu stellen. Die Beschäftigen sind verpflichtet, diese persönliche Schutzausrüstung zu tragen. Was Staubschutz angeht, steht die Atemschutzmaske an erster Stelle.

Maske ist nicht Maske

Auf dem Markt gibt es eine Fülle unterschiedlicher Produkte, die sich nicht nur im Preis, sondern auch in der Qualität deutlich voneinander unterscheiden. Leider werden immer wieder nicht zugelassene Produkte als günstige Atemschutzmasken angeboten. Das erforderliche Zertifikat fehlt jedoch.

Atemschutzmaske - Zertifikat

Atemschutzmasken gehören zu der komplexen persönlichen Schutzausrüstung,die vor tödlichen Gefahren schützen soll. Nach der Richtlinie 89/686/EWG fürpersönliche Schutzausrüstung dürfen Atemschutzmasken nur in den Verkehrgebracht werden, wenn sie einer Baumusterprüfung nach EN 149 unterzogen wurden. Anwender erkennen dies durch ein CE-Symbol mit einer vierstelligen Kennziffer.

Die Auswahl des geeigneten Atemschutzes setzt voraus, dass eine Gefährdungsanalyse erfolgt ist und die Arbeitsplatzgrenzwerte (AGW) bekannt sind. Die nachfolgende Tabelle gibt Hinweise zu Einsatzgrenzen für partikelfiltrierende Atemschutzmasken.

Schutzklasse AGW Bemerkung
FFP1 4 - fach Nicht gegen krebserzeugende und radioaktive Stoffe sowie luftgetragene biologische Arbeitsstoffe der Risikogruppen 2 und 3 und Enzyme.
FFP2 10 - fach Nicht gegen radioaktive Stoffe und luftgetragene biologische Arbeitsstoffe der Risikogruppe 3 und Enzyme.
FFP3 30 - fach              Gegen CMR-Stoffe, radioaktive Stoffe und luftgetragene biologische Arbeitsstoffe der Risikogruppen 3 und Enzyme.

 

Grundsäztlich gilt, je höher die Schutzklasse, desto besser der Schutz. Jedoch erhöht sich auch der Atemwiderstand mit der Schutzklasse. Wir empfehlen Ihnen, das Produktdatenblatt vom Hersteller genau zu lesen. Denn Maske ist nicht gleich Maske. Alle Atemschutzmasken von uns übertreffen die gesetzlichen Anforderungen nach EN 149 bei Weitem. Ausgestattet mit einem Hochleistungsfilter haben die DACH Atemschutzmasken eine gute Passform und einen extrem gering Atemwiderstand.

Eine Auswahlhilfe bezüglich Gefahrstoff können Sie hier einsehen.

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