Atemschutzmasken

Vorsicht vor nicht zertifizierten Masken

Wir möchten Sie aus aktuellem Anlass über die Gefahren von nicht geprüften, nicht zertifizierten Atemschutzmasken informieren, und warnen Sie hiermit ausdrücklich vor deren Verwendung.

Weil unseren Außendienstmitarbeitern bei Kundenbesuchen, Messen und Schulungen in jüngster Vergangenheit sehr häufig vermeintlich recht preiswerte Atemschutzmasken auffielen, die jedoch weder korrekt gekennzeichnet noch ordnungsgemäß geprüft und zugelassen waren, sehen wir uns in der Pflicht, Sie über die Risiken solcher Masken in Kenntnis zu setzen. Nicht zuletzt deshalb, weil unter diesen ungeprüften Masken auch diverse Modelle bekannter Hersteller zu finden waren. 

Da die Lunge die größte Eintrittspforte für unerwünschte Substanzen wie Krankheitskeime oder Giftstoffe darstellt, ist Atemschutz ein sehr sensibles Thema mit großer Bedeutung für die Gesundheit des Anwenders. Daher stuft die Richtlinie 89/686/EWG für persönliche Schutzausrüstung der europäischen Kommission Atemschutzmasken in die höchste Kategorie ein und schreibt verbindlich eine Baumusterprüfung durch ein unabhängiges und zugelassenes Prüfinstitut vor. Der Anwender erkennt eine geprüfte und zugelassene Maske somit an der vierstelligen Kennziffer des Prüflabors nach dem CE Zeichen (z.B. CE0000) und der Nennung der angewandten Norm EN 149: 2001, A1: 2009 auf dem Produkt und der Verpackung.

Die EN 149 legt die Mindestanforderungen für partikelfiltrierende Halbmasken fest und unterteilt die Masken nach ihrer max. zulässigen Gesamtleckage in drei Schutzklassen: 

Schutzklasse

Gesamtleckage

Bemerkungen und Einsatzbereiche

FFP1

Max. 25%

Nur für nicht-toxische und nicht-gibrogene Stäube

FFP2

Max. 11%

Durchschnittliche Schutzwirkung mindestens 95%

FFP3

Max. 5%

Durchschnittliche Schutzwirkung mindestens 99% 

 

Ob eine Maske für mehr als eine Arbeitsschicht verwendet werden darf, ist aus der Kennzeichnung auf der Maske ersichtlich. Hinter der Kennziffer für die Schutzstufe wird ein „R“ (für „reusable“) für wiederverwendbar oder ein „NR“ (für „non reusable“) für nicht wiederverwendbar hinzugefügt. 

Beispiel: Ist der Gebrauch einer Atemschutzmaske der Schutzstufe FFP3 für eine Arbeitsschicht vorgesehen, muss auf dieser Maske „FFP3 NR“ stehen. Ist sie wiederverwendbar, lautet die Bezeichnung „FFP3 R“. Worauf müssen Sie als Anwender oder Einkäufer also bei der Auswahl der Masken achten?
Hier eine kurze Zusammenfassung: 

  1. CE-Kennzeichnung mit nachfolgender Nummer der Zulassungsstelle auf Maske und Verkaufsverpackung (CE0000).
  2. Nennung der Norm EN 149:2001, A1:2009 und der entsprechenden Schutzstufe auf Maske und Verkaufsverpackung (z.B. FFP2 NR)
  3. Der Verkaufsverpackung liegt eine Anwendungsinformation bei.
  4. Der Hersteller stellt auf seiner Internetseite oder auf Anfrage folgende Dokumente zur Verfügung:
    • EG-Konformitätserklärung
    • Baumusterprüfung der Zulassungstelle
    • Technisches Datenblatt

Wir raten Ihnen dringend, die obigen Ratschläge bei der Entscheidung für eine Atemschutzmaske zu beachten und bei diesem sensiblen Thema keine Risiken einzugehen. Besonders bei vermeintlich preiswerten Produkten lohnt sich ein genaues Hinschauen. Die niedrigen Preise sind oftmals nur möglich, weil kostenintensive Prüf- und Zertifizierungsverfahren umgangen wurden.

 

Stand: April 2017

Dr. Christian Eing
Produktmanager bei DACH Schutzbekleidung GmbH & Co. KG

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